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Strategiebaustein Fahrradverkehr


Die Stärkung der Nahmobilität ist ein zentrales Element der Mobilitätspolitik der Landesregierung. Es wird angestrebt, die Anteile von ÖPNV, Radfahren und Zufußgehen am Modal Split zu erhöhen. Der hier vorgestellte Entwurf der Hessischen Radverkehrsstrategie ist eingebunden in die Strategie zur Förderung der Nahmobilität. Der Ausbau des Radverkehrs dient dazu, die politisch erwünschten Ziele beispielsweise beim Klima- und Lärmschutz oder bei der Gesundheitsförderung zu erreichen.
Die Grundlage für eine Verbesserung der infrastrukturellen, rechtlichen und kulturellen Rahmenbedingungen des Radverkehrs in Städten und im ländlichen Raum ist das aufeinander abgestimmte Vorgehen von Bund, Land, den Landkreisen und Kommunen. Dies muss mit ausreichenden finanziellen Mitteln und der Bereitstellung qualifizierter personeller Ressourcen einhergehen. Alle relevanten Bereiche – bestehend aus Infrastruktur, Kommunikation, Kultur und Service – müssen aufeinander bezogen und erheblich verbessert werden.
Wichtige Herausforderungen sind die deutliche Erhöhung des Anteils der mit dem Rad zurückgelegten Kurzstrecken (bis zehn Kilometer) sowie die Verbesserung bei der Kombination des Radverkehrs mit dem Öffentlichen Verkehr.
Die Radverkehrsstrategie umfasst drei Handlungsfelder: „Angebot, Planung und Infrastruktur“, „Kommunikation und Netzwerk“ sowie „Innovation und Zukunft“. Die Handlungsfelder werden durch jene strukturellen und organisatorischen Rahmenbedingungen ergänzt, in die sie eingebettet sind.
Eine gute Radverkehrsinfrastruktur muss fachlich fundiert geplant, gebaut und unterhalten werden. Daher ist Qualifizierung und Weiterbildung des Personals von besonderer Bedeutung. Die bauliche Infrastruktur bedarf sowohl bei Neu- und Ausbau, als auch bei der Bestandpflege der Einhaltung bestehender Standards. Die Optimierung von Anlagen muss den aktuellen Verkehrstrends mindestens zeitnah folgen. Bedeutsam ist die regionale und überregionale Vernetzung der Radverkehrsinfrastrukturen.
Für eine erfolgreiche Fahrradförderung sind Maßnahmen im Bereich von Kommunikation und Vernetzung unerlässlich. Innerhalb des Verwaltungsapparats muss es selbstverständlich werden, das Fahrrad als vollwertiges Verkehrsmittel wahrzunehmen und entsprechend in der Kommunikation zu behandeln. Durch eine gezielte Ansprache können mehr Menschen zu einem Umstieg auf das Rad bewegt werden. Bürger nutzen die Radverkehrsinfrastruktur nicht nur – sie können zu deren Verbesserung auch als lokale Alltagsexperten eingebunden werden.
Die Basis für eine gute Entwicklung des Radverkehrs von morgen wird bereits heute gelegt. Wichtig sind aber auch „echte“ Zukunftsthemen, wie die Kommunikation zwischen Fahrrad („smart bike“) und Infrastruktur oder eine effektive und kostengünstige Maßnahmenevaluation in kleinräumigen Bereichen.
Hessen hat die Chance, Vorreiter einer fortschrittlichen Radverkehrspolitik zu sein. Bei vielen der „neuen“ Themen ist eine wissenschaftliche Begleitforschung sinnvoll, teilweise unabdingbar.
Die von der Landespolitik gewünschte strategische Entwicklung des Radverkehrs wird nur dann erfolgreich sein, wenn die dafür notwendigen finanziellen Mittel zur Verfügung gestellt werden und wenn u.a. auch die rechtlichen Rahmenbedingungen den Radverkehr in nachholender Weise begünstigen.
Die ressortübergreifende Zusammenarbeit und Abstimmung sowie die Vernetzung auf überregionaler bzw. auf Landesebene stellen dabei unverzichtbare Elemente einer systematischen und strategischen Radverkehrsförderung dar. Diesem Ziel dienen die Hessische Radverkehrsstrategie und die AGNH.

Die ausführliche Fassung finden sie hier

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